Holzer Galerie


Wir über unsGeschäftlokale
Ausstellung
Restaurierungen
AnfertigungenWarenwunsch
Anfertigungen

 

 



Jugendstil in Österreich

Der österreichische Jugendstil unterscheidet sich wesentlich von dem des restlichen Europa. Wien war das Zentrum. Im Gegensatz zu den floralen Motiven und Formen des Franzosen Charles Plumet (formal ausgreifende skulpturale Linienführung) entwickelte sich in Wien ein eigener Stil; klare Linien wurden sowohl in der Architektur (Adolf Loos: Villa Steiner, Haus am Michaelerplatz; Otto Wagner: Wiener Stadtbahnstationen, Postspar- kassenamt in Wien) wie auch im Möbeldesign (Josef Hoffmann, Kolo Moser) bevorzugt.

Die Wiener Künstler schlossen sich unter der Führung des Schriftstellers Hermann Bahr, des Malers Gustav Klimt und des Architekten Otto Wagner zur „Wiener Secession“ zusammen.
Vereinsgebäude: Secession am Wiener Naschmarkt (von den Wienern das "Goldene Krauthappel“ genannt).
Vereinsorgan der Secession: Ver Sacrum
1903 erfolgte die Registrierung der„Wiener Werkstätten“ im Handelsregister, der Produktionsgesellschaft, in der die künstlerischen Mitglieder der Secession (u.a. Otto Wagner, Koloman Moser, Josef Hoffmann, Michael Powolny, Josef M. Olbrich, Mathilde Floigl) gemeinsam mit den Handwerkern tätig waren.

Die einzelnen Sparten der Kunst waren im Jugenstil nicht getrennt, sondern gingen fließend ineinander über. Die Künstler waren bestrebt, ein Gesamtkunstwerk entstehen zu lassen. Sie brachten ihre avantgardistischen Ideen in alle Bereiche der Kunst und des Lebens ein: Literatur – Musik – Malerei – Architektur – Möbeldesign – Stoffdesign – Tapeten – Beleuchtungskörper – Schmuck – Tafelgeschirr – Glas – Öfen.
So stammen z.B. von J. Hoffmann Entwürfe für Möbel, Möbelstoffe, Vorhangstoffe (Erzeugung der Stoffe durch die Firma Backhausen, die auch heute noch Stoffe nach Original-Entwürfen auf den alten Original-Webstühlen herstellt!), Tafelgeschirr, Trinkgläser und Keramiken.

Die Liebe zum Detail ist überall sichtbar: Facettierte Gläser, mit Gold bemalte Glasscheiben, ornamentierte Holz- und Perlmutt-Intarsien, Messing- oder Nickelbeschläge, Messingeinfassungen etc. Seltene und teure Hölzer wurden verarbeitet: Kirsche, Vogelaugenahorn, Esche, Mahagoni, Palisander, aber auch Eiche und Nuß.

Für die Gestaltung der Möbel- und Vorhangstoffe nahm man Anleihe bei japanischen Holzschnitten: Florale Formen, wellenförmig zu weichen Ornamenten verbunden, Blätter und Blüten werden schematisiert, Dreiecksbäumchen aneinandergereiht, Kelchblüten an dünnen Stengeln, Rautenmuster. Ein wichtiger und bedeutender Zweig der Jugendstilmöbel waren Bugholzmöbel.

 

 
zurück
weiter